Foto: Anke Kristina SchäferDie WiesPaten-Lehrkräfte haben sich vor dem Start des neuen Schuljahres wieder eine Fortbildung gewünscht. Karen Sternberger vom Sprachwerk Rhein-Main hat einen auf ihre Wünsche zugeschnittenen kreativen und praxisorientierten Workshop konzipiert und gezeigt, dass Gangsta-Beats durchaus geeignet sind, um über Präpositionen zu rappen, und Mathematikaufgaben gar nicht mehr so schwierig sind, wenn man in Bewegung kommt. „Differenzieren und Motivieren“ lautete der Titel der Fortbildung, an der nicht nur die bereits erfahrenen WiesPaten-Lehrkräften teilnahmen, sondern auch vier Neueinsteiger.

Foto: WiesPatenEine Herausforderung des WiesPaten-Unterrichts ist es, den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. In den meisten Gruppen lernen zwar Schülerinnen und Schüler aus einem Jahrgang, aber die Förderschwerpunkte unterscheiden sich. Die einen benötigen stetig Unterstützung in Mathematik, andere vielleicht aktuell Hilfe bei der Vorbereitung einer Klassenarbeit in Deutsch. Wie also kann man den WiesPaten-Unterricht so gestalten, dass auf die Wünsche aller Schülerinnen und Schüler Rücksicht genommen wird und alle motiviert bleiben? Keine einfache Aufgabe – für deren Lösung es im Laufe der beiden Workshop-Tage eine Menge Ideen gab.

Ein Platz zum Denken

Inspiration braucht die passende Umgebung. Die Seminarräume in der „Fabrikation“ in der Biebricher Gaugasse, kostenlos zur Verfügung gestellt von der Medienakademie Wiesbaden, bot wörtlich und im übertragenen Sinne ausreichend Platz zum Denken, zum Kreativsein und für Bewegung.

Spiele zum Kennenlernen, zur Gruppenbildung und sogenannte „Energizer“ zur Aktivierung oder Entspannung stellte Karen Sternberger am ersten Workshop-Tag vor. Die WiesPaten-Lehrerinnen und -Lehrer, allesamt Studierende, testeten sie, brachten weitere Ideen ein und tauschten sich rege untereinander und mit der Dozentin aus: Was funktioniert im Unterricht und was nicht? Wer hat welche Erfahrungen gemacht? Wer hat Tipps parat? Wie man differenzierte Angebote für stärkere und schwächere Schüler*innen zusammenstellen kann, wurde am Beispiel eines englischen Textes über die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling praktisch ausprobiert. Abschließend ging es um online verfügbare Materialien, die bei der Unterrichtsvorbereitung helfen können.

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Mit Mathe in Bewegung

Am zweiten Tag hatte sich Karen Sternberger, die den Workshop ehrenamtlich im Rahmen eines Engagementprojektes der Aktion „Wiesbaden Engagiert!“ 2016 entwickelt und gehalten hat, Verstärkung geholt. Ihr Mann, Ralf Sternberger, Mathematik- und Informatiklehrer, nahm die erste Gruppe mit in den Eingangsbereich der alten Fabrikhalle. Drei Dreier-Gruppen mussten Mathematikaufgaben lösen. Nach vorgegebener Zeit wechselte ein Mitglied mitsamt Aufgabenzettel die Gruppe. „Expertenkarussell“ wird diese Methode von Fachleuten genannt. Sie bringt Schülerinnen und Schüler in Bewegung. „Gerade schwächeren Schüler hilft die Methode, weil sie so auch einmal zu Experten werden und etwas erklären können“, sagte Ralf Sternberger in die Runde, als alle studentischen Lehrkräfte nach dem Mathe-Exkurs wieder zusammensaßen.

Foto: WiesPatenSpaß im Team

Derweil beschäftigte sich Gruppe zwei mit englischen Vokabeln, die nach Wortarten sortiert werden sollten. Substantive, Verben, Präpositionen … Diskussionen: Was ist nun mit „not“? Hmm… „Das ist ein Partikel – oder particle. Wörter, die nicht gebeugt werden“, wusste eine zukünftige Lateinlehrerin. „Wie wäre es mit einer extra Kategorie ‚Verneinung‘, da würde auch „never“ mit reinpassen …“

Foto: WiesPatenNächste Aufgabe: Erst einen Wort-Zettel, dann Aufstellung nehmen, damit sinnvolle Sätze entstehen. Diese sollen dann grammatisch verändert werden. Der zur Verfügung stehende Wortschatz mit „Vladimir Putin“,  „like“ und „-s“ beflügelte die Kreativität an und sorgte für Bewegung – Satz für Satz entstand und es wurde unheimlich viel gelacht. Witzig fanden alle den Rap zur englischen Grammatik, den Karen Sternberger der Lerngruppe auf ihrem Laptop präsentierte. So macht Lernen Spaß – ganz sicher auch den WiesPaten-Jugendlichen.

Der Workshop über zwei halbe Tage endete mit einer Runde, in der jeder Methoden und Ideen präsentieren konnte, die im Rahmen von WiesPaten gut funktionieren. Das gemeinsamen Mittagessen bildete den Abschluss der Fortbildung, die nicht nur viele Praxistipps vermittelte. Die intensive Zusammenarbeit hatte auch einen wichtigen Nebeneffekt: Aus den WiesPaten-Lehrkräften, erfahrenen und Neueinsteigern, ist während der beiden Tage ein Team geworden. Man kennt sich jetzt und hat Lust, sich gemeinsam für die WiesPaten stark zu machen.

Foto: WiesPatenEin großer Dank gilt Karen Sternberger vom sprachwerk für diese rundum gelungene Veranstaltung, Ralf Sternberger für seinen Mathe-Input, allen WiesPaten-Lehrkräften für die engagierte Mitarbeit sowie Stefanie Greb von der Medienakademie Wiesbaden, in deren „Fabrikation“ sich alle sehr wohl gefühlt haben!

Ein Bericht von Diana Unkart, CC-Servicebüro.

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