Als die WiesPaten-Schülerinnen und -Schüler der Wilhelm-Leuschner-Schule und der Werner-von-Siemens-Schule mit ihren WiesPaten-Lehrkäften Dominik Höhl und Julianne Gilga im April zu einer Internationalen Jugendbegegnung nach Danzig aufbrachen, hielt sich die Vorfreude in Grenzen: Ausgerechnet Polen? Was soll man dort schon erleben? Ob die polnischen Jugendlichen wohl auch cool sind …?

Foto: WiesPatenDanzig entdeckt

Angekommen in Danzig wich die Skepsis der Begeisterung: Die Stadt: wunderschön, am Meer gelegen, von historischer Bedeutung. Die polnischen Jugendlichen: einfach nett – der Funke sprang rasch über. Eine Woche lang beschäftigten sich die 30 Schüler im Danziger Maximilian-Kolbe-Haus mit dem Thema „Vielfalt“ und mit dem Medium der Fotografie. Angeleitet von einer professionellen Fotografin entstanden beeindruckende Bilder, die 26 besten wurden am Ende der Woche in einer Danziger Galerie ausgestellt. Ergänzend zu der inhaltlichen Arbeit gab es auch viel Freizeit und ein Sightseeing-Programm in und um Danzig. So besuchte man gemeinsam das traditionsreiche Ostsee-Bad Sopot mit der berühmten Seebrücke. Einige der WiesPaten-Jugendlichen waren in Danzig sogar zum ersten Mal am Meer …

Wieder zu Hause, blieben die Jugendlichen über eine neu gegründete gemeinsame WhatsApp in Verbindung. Alle freuten sich schon auf den Rückbesuch der polnischen Gruppe.

Rückbesuch in Heppenheim und Wiesbaden

Am vergangenen Montag war es dann endlich so weit: In Heppenheim sahen sich alle wieder, um sich in einem zweiten Workshop mit den Themen Diskriminierung, kulturelle und religiöse Vielfalt zu beschäftigen. Michaela Jacobs und ihr Team vom Haus am Maiberg hatten ein spannendes Programm vorbereitet: die Jugendlichen besuchten an einem Projekttag in Kleingruppen unter anderem eine Flüchtlingsunterkunft, eine Ausstellung zu Sinti und Roma und eine Moschee. So wurden die Workshop-Themen erlebbar. Ihre Gedanken dazu hielten die Jugendlichen erneut in Fotografien fest.

Foto: WiesPaten

Ein Wochenende in Wiesbaden rundete das Programm ab – Höhepunkt: die Vernissage der Fotoausstellung in der Wiesbadener Ikano Bank am Samstag. „Wir freuen uns, das Foyer des Gebäudes als Ausstellungsort der Fotografien bereitstellen zu dürfen“, so Murat Taskin von der Ikano Bank. Die Bank betreut die Schülergruppe an der Leuschner-Schule als „WiesPaten-Unternehmen“.

Vernissage mit Bürgermeister Arno Goßmann

Bürgermeister Arno Goßmann war nach Nordenstadt gekommen, um die Ausstellung zu eröffnen: „Programme wie WiesPaten International schaffen für die jungen Menschen prägende, positive Erfahrungen. Die direkte Begegnung fördert das gegenseitige Verständnis, Vorurteile werden abgebaut und Freundschaften geschlossen“, so Goßmann. Ganz unterschiedlichen Fotomotive waren überall im Treppenhaus des modernen Bürogebäudes platziert. In erläuternden Kommentaren hatten die Jugendlichen ihre Gedanken zu den einzelnen Bildern ergänzt – natürlich auf Deutsch und Polnisch. „Die Fotos sind richtig gut – bei manchen könnte man meinen, da waren echte Fotokünstler am Werk“, begeistert sich Andreas Höhle von der Wiesbadener Filiale der PSD-Bank, „Wies­Pate“ der Siemens-Schule.

Foto: WiesPatenAndreas Rech, Schulleiter der Wilhelm-Leuschner-Schule, ließ sich die Ideen hinter den Bildern direkt von den Schülern seiner Schule berichten. „Eine solche Jugendbegegnung stößt etwas an bei den Jugendlichen, man schafft Erfahrungen – und durch diese Erfahrungen ändert sich auch etwas in den Köpfen“, ist Rech überzeugt, der lange Jahre eine Partnerschaft mit der Wiesbadener Partnerstadt Wrozlaw gepflegt hat.

Die polnische Schülergruppe kommt aus dem Osten Polens, das Städtchen Braniewo liegt fast an der russischen Grenze. Die Jugendlichen besuchen dort die Jana Liszewskiegeo Berufsschule und belegen die Fächer Ernährungswissenschaft bzw. Hotelwesen. Nach Danzig und Deutschland begleitet wurden sie von zwei ihrer Lehrerinnen. „Für mich als Lehrerin war es besonders schön zu erleben, wie meine Schülerinnen und Schüler auf die deutschen Jugendlichen zugegangen sind. Sie haben prima kommuniziert und waren neugierig“, erzählt Deutschlehrerin Aleksandra Miszta. „Das Interview mit den Flüchtlingen war für alle eine besondere Erfahrung, bei uns in Branievo sind die Jugendlichen ja mit so etwas gar nicht konfrontiert. Muslime gibt es in Polen fast keine. Auch mit dem Thema Sinti und Roma hatten sie sich noch nie beschäftigt. Hier konnten sie lernen, was Diskriminierung bedeutet und dass kulturelle Vielfalt etwas Positives ist, keine Gefahr, sondern ein Reichtum bedeutet.“

Foto: WiesPatenDie Jugendbegegnung wurde im Rahmen von WiesPaten International vom Haus am Maiberg in Heppenheim in Kooperation mit dem Maximilian-Kolbe-Haus in Danzig und dem Wiesbadener Amt für Soziale Arbeit organisiert. Gefördert wurde sie durch das Deutsch-Polnische Jugendwerk, die Landeshauptstadt Wiesbaden und die beteiligten Patenunternehmen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Juli im Foyer der Ikano Bank in der Otto-von-Guericke-Straße 15 zu sehen.

Hier eine kleine Auswahl der Fotografien der Ausstellung:

Foto: WiesPaten
Foto: WiesPaten
Foto: WiesPaten
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Foto: WiesPaten
Foto: WiesPaten

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