Foto: Joachim Sobek

Beim Rathaus-Empfang mit Bürgermeister Arno Goßmann. Foto: Joachim Sobek

„Can I make you ‚nass‘?” „No, you can’t make me wet!” – Gespräche dieser Art bekam man zu hören bei der trinationalen Jugendbegegnung „SnapShot – Take a View” im Sommer 2017. Bei der ersten von zwei Begegnungen waren die WiesPaten-Gruppen der Albrecht-Dürer Schule sowie derWilhelm-Heinrich-von-Riehl-Schule (Jg. 9), die Gastgeber für je eine Jugendgruppe aus dem spanischen Avilés und aus Bordeaux in Frankreich. Zum ersten Mal seit das Modul WiesPaten International 2014 gestartet wurde, nahmen damit drei Länder an einem solchen Begegnungsprojekt teil. Alle Gäste waren gemeinsam mit den Wiesbadener Jugendlichen und ihren WiesPaten-Lehrerinnen im DLRG-Haus in Mainz-Kastel untergebracht und verbrachten neun Tage mit einem abwechslungsreichen Workshop- und Freizeitprogramm.

„Schnappschüsse” eröffnen ungewohnte Perspektiven

Foto: WiesPaten

Video, Fotografie und Performance eröffnen neue Perspektiven.

Das Motto der Begegnung lautete „Snapshot – Take a View“. Drei Workshops standen den Jugendlichen zur Auswahl: Fotografie, Video und Performance. Die während der Woche in Wiesbaden gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse wurden am Ende der Begegnung von den Jugendlichen aus Deutschland, Frankreich und Spanien präsentiert. Ziel der Workshops war es, die Stadt Wiesbaden und die gemeinsam erlebten Momente in Schnappschüssen, einem Video und in kurzen Performance-Szenen festzuhalten: Die Gäste aus Spanien und Frankreich sollten ihre Eindrücke innerhalb dieser Workshops sichtbar machen und die Wiesbadener Jugendlichen wiederum sollten die ihnen bekannten Eindrücke aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Die „Schnappschüsse“, die die Jugendlichen im Rahmen des Projekts von den anderen Kulturen und Ländern machen, sollen sie in ihrem Leben bereichern, Diskussionen anregen, Vorurteile abbauen und ihren Horizont erweitern. Freizeitaktivitäten und gemeinsames Frühstück, Mittag- und Abendessen boten zusätzliche Gelegenheit gegenseitigen Kennenlernen und intensivem Austausch.

Sprachbarrieren „spielend“ überwunden

Die pädagogische Anleitung und das Programm wurden vom Team des Vereins arco e.V. gemeinsam mit den Betreuerinnen der ausländischen Gäste und den beiden WiesPaten-Lehrerinnen gestaltet. So unterstützte das Spiel „How are you?“ die Jugendlichen immer wieder dabei, Unsicherheit und Hemmungen angesichts der unterschiedlichen Sprachen abzulegen. Sprachanimationen und vielfältige Bewegungs- und Teamspiele sorgten innerhalb der Woche für ein immer intensiveres Miteinander, wobei körperliche Aktivität und kognitive Prozesse auf unterhaltsame Weise verknüpft werden konnten.

Foto: WiesPaten

Wer am Kasteler Rheinufer im DLRG-Haus übernachtet, hat es nicht weit zum Johannisfest …

Johannisfest und Rathaus-Empfang als Highlights

Außerhalb des Workshop-Programms gab es besondere Highlights wie etwa der gemeinsame Besuch auf dem Mainzer Johannisfest, um Fahrgeschäfte auszuprobieren und das beeindruckende Feuerwerk zu bestaunen.

Am Mittwoch wurden die WiesPaten und ihre Gäste von Bürgermeister Arno Goßmann im Großen Festsaal des Wiesbadener Rathaus empfangen. Dieser Empfang war eine der letzten Amtshandlungen des Bürgermeisters, der zum 1. Juli in den wohlverdienten Ruhestand ging:

»Gerade in einem vereinten Europa und unserer globalisierten Welt ist es wichtig, dass ihr diese Chance gut nutzt: Geht respektvoll miteinander um, lernt die Jugendlichen aus den jeweils anderen Ländern kennen, und wenn ihr etwas nicht versteht, nutzt die Gelegenheit, und stellt eure Fragen!« Arno Goßmann in seinem Grußwort an die Jugendlichen

»Internationale Verständigung ist heute wichtiger denn je – und zwar auf allen Ebenen. Doch dafür brauchen wir auch junge Menschen, die neugierig sind auf andere Länder, andere Kulturen und vor allem andere Menschen.« WiesPaten-Schirmherrin Elisabeth Ganss

Die Grußworte des Bürgermeisters und der WiesPaten-Schirmherrin Elisabeth Ganss übersetze Stéphanie Ohrem, Unternehmenspatin von Savencia Fromage & Dairy GmbH perfekt ins Französische. Für die fließende Übersetzung ins Spanische sorgte die WiesPaten-Schülerin Islam Koubaa – wie praktisch, dass die Familie der Riehl-Schülerin spanische Wurzeln hat. Die Übersetzung war eine große Hilfe für die französischen und spanischen Gäste und die Professionalität und der Mut unserer Übersetzerinnen beeindruckte alle Anwesenden.

Foto: WiesPaten

Bürgermeister Arno Goßmann mit dem internationalen Team der Jugendbegegnung sowie den beiden Übersetzerinnen.

Am späten Mittwochabend fuhren wir gemeinsam zum Schloß Freudenberg und spielten im Freudenberger Wald ein modernes Survival-Spiel: Die Jugendlichen mussten sich einzeln im Wald verstecken und auf einen lauten Pfiff hin versuchen, die eigenen Gruppenmitglieder wiederzufinden, ohne dabei von anderen Gruppen entdeckt und gefangen zu werden. Am Ende sollten alle Teams wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren. Gewinner war diejenige Gruppe, die mit den meisten Mitgliedern am Treffpunkt ankam.

Foto: WiesPaten

Der Internationale Abend sorgt immer für Bewegung …

Internationaler Abend und großes Fest zum Abschied

Beim gemeinsam vorbereiteten „Internationalen Abend“ präsentierten die einzelnen Nationen landestypischee Getränke und Speisen. Und man stellte den anderen Jugendlichen Spiele und Lieder aus dem eigenen Land vor. Am Ender der Woche wurde dann noch mal ein gemeinsames Abschiedsfest gefeiert, bei dem deutlich wurde, wie sehr die Jugendlichen innerhalb kürzester Zeit internationale Freundschaften geschlossen hatten: alle hatten eine so gute Zeit, dass der Abend kein Ende finden wollte …

Foto: WiesPaten

Abschied am Kasteler Bahnhof – auf ein Wiedersehen in Bordeaux!

Auf Wiedersehen in Bordeaux

Am nächsten Morgen hieß es dann am Kasteler Bahnhof Abschied nehmen, was nach der intensiven Woche so manchem sichtlich schwer fiel. Die WiesPaten-Schülerinnen und -Schüler der Dürer- und der Riehl-Schule können es jedenfalls kaum noch abwarten, im Oktober erneut auf ihre neuen Freundinnen und Freunde aus Spanien und Frankreich zu treffen. Während der Sommerferien hielt man bereits Kontakt über Soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram. Die Vorfreude der Wiesbadener Jugendlichen ist riesig, im Oktober in Bordeaux selbst als Gäste empfangen zu werden.

Ein Bericht der WiesPaten-Lehrerinnen Yeşim Yanaç und Malva Horneff.

Auch im Wiesbadener Tagblatt ist ein Artikel zu dieser Jugendbegegnung erschienen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.