Foto: WiesPaten

Unternehmenspatin Vanessa Baldamus vom Patenunternehmen Ikano Bank AB berichtet von der Internationalen Jugendbegegnung in Danzig, die sie selbst als Teammitglied begleitet hat.

„Unsere WiesPaten-Kids bekamen die Möglichkeit, an einer Internationalen Jugendbegegnung teilzunehmen. Mit WiesPaten International verbrachten sie eine Woche mit polnischen Schülern in Danzig und stellten sich verschiedenen Herausforderungen.

‚Zusammen kommen wir weiter‘, lautete das Motto des deutsch-polnischen Modellprojekts, das durch das Maximilian-Kolbe-Haus in Danzig und dem Haus am Maiberg in Heppenheim gemeinsam mit dem WiesPaten-Programm geplant und durchgeführt wird. Ziel ist, dass Jugendliche aus verschiedenen Ländern aufeinander treffen und somit die Kultur und die Besonderheiten des jeweiligen Landes gemeinsam kennenlernen.

Das Projekt besteht aus einer Hin- und einer Rückbegegnung. Zunächst trafen nun Ende Juli die zwei deutschen WiesPaten-Gruppen (unsere Kids der Wilhelm-Leuschner Schule gemeinsam mit der Gruppe der SEG Stadtentwicklungsgesellschaft an der Heinrich-von-Kleist-Schule) auf Berufsschüler aus Braniewo im Nordosten Polens. Sie verbrachten eine gemeinsame Woche (24. bis 30. Juni 2017) in Danzig. Im zweiten Schritt ist für Januar 2018 die Rückbegegnung in Heppenheim und Wiesbaden geplant.

Samstag – los geht’s!

Früh am Morgen hieß es für unsere WiesPaten-Kids: Auf nach Danzig!

Bereits am Treffpunkt Bahnhof Mainz-Kastel war die Aufregung in die Gesichter geschrieben: „Ich bin noch nie geflogen!“ – „Was ist, wenn wir abstürzen?“ Im Zug trafen wir auf die WiesPaten-Kids der Kleist-Schule, die vom Wiesbadener Hauptbahnhof gestartet waren. Da sich die Jugendlichen bei einem Kennenlern-Nachmittag ein paar Wochen zuvor schon einmal beschnuppern konnten, gab es von Anfang an keine Berührungsängste.

Die erste Herausforderung für uns als Betreuerteam (WiesPaten-Lehrkräfte Alexander Grundhöfer, Kleist-Schule, Dominik Höhl, WLS, und ich als Unternehmenspatin) bestand darin, die Jugendlichen zusammenzuhalten. Nach dem Check-in und reibungslos verlaufener Sicherheitskontrolle konnten wir in den verspäteten Flieger nach Warschau steigen. Dort angekommen, eilten wir zum nächsten Schalter, da das Boarding schon angefangen hatte. Das Bodenpersonal winkte uns schnell durch und prompt saßen wir im Flieger Richtung Danzig.

In Danzig gelandet, überraschte uns das Bodenpersonal mit nicht vorhandenen Koffern. Drama pur! „Wo sind die Koffer?“ – „Ich brauch meinen Koffer…“ – „Im Koffer ist meine Schminke…“ – „Ohne meinen Schlafteddy kann ich nicht schlafen!“
Wir organisierten schnell die Beschwerdeformulare und hofften, zeitnah eine Antwort zu bekommen. Die Service-Mitarbeiter gaben uns nicht viel Hoffnung darauf, noch am gleichen Tag unser Gepäck zu erhalten … Jeder und jede von uns erhielt dein Notfallpaket mit Utensilien für die Nacht – Zahnbürste, Duschgel, Schlafshirt usw. – kein wirklicher Trost.

Foto: WiesPate20 Minuten später fuhr uns ein Kleinbus zum Maximilian-Kolbe-Haus in der Danziger Altstadt. Die polnischen Schüler hatten ihre Zimmer schon bezogen. Da wir später als geplant eintrafen, ging es dann auch direkt mit der Vorstellungsrunde und den Spielen zum Kennenlernen los. Kaum eine Stunde später gab es dann auch schon das Abendessen. Am Abend gab es für uns Zeit, die Danziger Altstadt fußläufig kennenzulernen.

Um kurz nach 22 Uhr dann endlich der erlösende Anruf auf meinem Handy: Die Koffer werden – mit Ausnahme von einem – in einer Stunde geliefert. „Bitte lass es mein Koffer und nicht einen der Kids sein“, hoffte ich. Aber mein Stoßgebet wurde nicht erhört, das fehlende Stück war tatsächlich der Koffer eine Schülerin. Tränen flossen unter der Bettdecke und nichts konnte die Trauer über den erst am nächsten Tag gelieferten Koffer mindern. Solche Pannen und Schwierigkeiten auch mal „aushalten“ zu können und damit umgehen zu lernen, gehört eben auch dazu, wenn man auf Reisen ist …

Sonntag

Energiegeladen starten wir, wie ab jetzt jeden Morgen, nach dem Frühstück mit einer Warm-up-Runde und einer Sprachanimation. Schnell hatten wir die eine und andere polnische Vokabel intus.

Die erste gemeinsame Aufgabe in deutsch-polnischen Gruppen war eine Stadtrallye. Bis zum Mittagessen hatten die Jugendlichen Zeit, die Antworten zu verschiedenen Fragen in der Danziger Altstadt zu finden, wobei die Fragen zweisprachig gestellt waren, sodass ohne Teamwork nichts ging.

Für den frühen Abend war ein Ausflug an den Strand geplant. Fast minütlich sahen wir uns die Online-Wettervorhersage an, da der Regen sich nicht entscheiden konnte, soll’s losgehen oder nicht.

Foto: WiesPaten

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No risk no fun.

So packten wir unsere Fußbälle, Volleybälle, Frisbees sowie Badminton-Sets und brachen mit der Straßenbahn Richtung Strand auf. Einige der Jugendlichen waren zum ersten Mal am Meer und völlig überwältigt. Schnell fanden sich die Gruppen zum Volleyball- und Frisbee-Spielen. Das Wetter hielt wunderbar. Wir hatten alle eine Menge Spaß!

Montag

Die Museen in Danzig erheben montags keinen Eintrittspreis. Das haben wir ausgenutzt und die Jugendlichen wieder mit Fragebögen on Tour geschickt. Nach dem Mittagessen war es an der Zeit für eine körperliche Aufgabe: Bowling. Manche mit mehr, andere mit weniger Begeisterung schoben die Kugeln über die Bahn.

Im Anschluss hatten die Kids bis zum Abendessen Freizeit und konnten in die Stadt zum Shoppen oder was ihnen so einfiel.

Foto: WiesPaten

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Abends unternahmen wir einen Spaziergang zum Hagelsberg. Der Begriff „Berg“ war für mich persönlich überraschend, da ich weit und breit keinen „Berg“ sah. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es im flachen Danzig irgendwo eine Anhöhe geben würde, die eine Panoramaansicht bot. Absolut falsch gedacht: Der Blick war gigantisch: über die Altstadt bis zum Hafen. Wirklich sehenswert!

Dienstag

Nach dem morgendlichen Warm-up hatten wir drei Minuten Zeit, um uns im Foyer zu treffen. Geplant war ein Ausflug mit der Straßenbahn zum Radiosender in Gdansk (Danzig). Das Zeitfenster war natürlich für den einen oder anderen Schüler viel zu kurz. Wir verpassten die erste Bahn und kamen zum Termin zu spät.

Der Journalist des Radiosenders nahm es gelassen und führte uns durch das Tonstudio, in dem sogar schon Shakira während der letzten EM aufgenommen hatte. Faszinierend zu sehen, wie Nachrichten live durchgegeben werden. Auch ein großes Musikarchiv mit über 35.000 CDs lag auf unserem Weg durch das Radio-Gebäude.

Mittwoch

An diesem Tag waren die Schüler stark gefordert, denn wir blieben im Haus für einen Medienworkshop. Ein Referent der Universität erklärte uns Social Media auf Polnisch und der Inhalt wurde abwechselnd von den zwei Moderatoren übersetzt. Im nächsten Schritt durften die Schüler das Erlernte umsetzen.

Das Medienprojekt

„Startet ein Unternehmen mit einem neuen Produkt und überlegt euch ein Logo dafür. Später versucht ihr, über Facebook die Ware zu bewerben.“

Die jeweils deutsch-polnisch gemischten Gruppen hatten sofort gute Einfälle:

Bio-Katzenfutter – Fliegendes Skateboard – Haushaltsroboter – Online-Shop für Brillen

 

Ein besonderer Gast unterbrach unsere Gruppenarbeit: Piotr Kowalczuk, stellvertretender Danziger Bürgermeister, kam zu Besuch! Das Projekt gefalle ihm so gut, dass er persönlich die Jugendlichen kennenlernen wollte. Die mitgebrachte rote Danzig-Flagge war die nächsten Tage immer mit dabei. Meist als Cape umgebunden: „Danzigman“ war unterwegs!

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Abends konnten wir unser Können am Billardtisch beweisen. Ich war dankbar, dass ich mich nicht als Einzige unerfahrene Spielern outen musste.

Donnerstag

Am Vormittag arbeiteten die Schüler fleißig an ihrer Aufgabe. Der Referent gab ihnen viel Input, wie sie ihre Unternehmen mit der richtigen Schriftart und Farben besonders hervorheben können.

Nachmittags ging es in den Badeort Sopot. In Gruppen durften die Kids sich ihre Freizeit allein gestalten. Durch ein Missverständnis hatte niemand an Badesachen gedacht. Das Jammern war groß, denn sie wollten so gerne ins Meer gehen. Eine gute Alternative haben einige aber dann doch gefunden.

Zum letzten Abendessen gab es selbstgemachte Pizza. Die Aufgabenteilung fand ich sehr interessant: Die Mädels saßen da und plauderten, die Jungs übernahmen das Belegen der verschiedenen Zutaten allein.

Foto: WiesPaten

Freitag, letzter Tag

Nach dem gewohnten Warm-up präsentierten uns die Kids ihre Wochenaufgabe. Im Anschluss schrieben sie einen Brief an sich selbst, über das Erlebte der vergangenen Woche. Bei der Rückbegegnung im nächsten Jahr dürfen sie die Briefe öffnen und rufen dadurch hoffentlich einige schöne Erinnerungen im Kopf wieder auf.

Bis zur Abfahrt in Richtung Flughafen konnten die letzten Souvenirs gekauft werden. Durch erneute Flugverspätungen kamen wir mit unserem Gepäck kurz nach Mitternacht wieder zu Hause in Wiesbaden an – müde, aber voller neuer Eindrücke und Erfahrungen.

Foto: WiesPaten

Vanessas Rückblick

Die 7 Tage vergingen wir im Flug. Es war eine sehr schöne Zeit, aber auch sehr anstrengend.

Abends die Kontrolle, dass die Schüler ab 22.30 Uhr die Nachtruhe einhielten. Darauf zu achten, dass sie die Aufgaben verfolgen und nicht abschweifen. Dass sie pünktlich an vereinbarten Treffpunkten waren und dass sie die Regeln einhielten.

Mit einem Schmunzeln dachte ich an meine Ausflüge in der Teenager-Zeit zurück und jjjaaaa… wir waren genauso! ;-)“

Ein Beitrag von Vanessa Baldamus, Patin von der Ikano-Bank AB.

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